Werner Huber: Bahnhof Bern 1860-2010, 12.2010


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Der erste moderne Bahnhof Europas – eines der umstrittensten Gebäude der Schweiz. Bahnhof Bern 1860–2010 : Planungsgeschichte, Architektur, Kontroversen. Herausgegeben von der SBB-Fachstelle für Denkmalschutzfragen und der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK.

Der Bahnhof Bern wurde vor 150 Jahren eröffnet – richtig glücklich wurde Bern damit allerdings lange nicht. Der Kopfbahnhof mit vier Gleisen war bald zu klein, 1891 wurde er deshalb in einen Durchgangsbahnhof umgebaut. Seitdem kämpfte er stets mit den gleichen Problemen: Der Platz zwischen der Altstadt und dem Hügel der Grossen Schanze ist eng, und die Perronanlagen liegen in einer scharfen Kurve. Immer wieder prüften die SBB neue Linienführungen und andere Standorte. Doch der Bahnhof blieb, wo er war. Die Planungen für einen Neubau zogen sich über ein halbes Jahrhundert hin. Von 1957 bis 1974 wurde dann der modernste Bahnhof Europas gebaut. Doch die Freude währte nur kurz: Der Bau war zwar eine perfekt funktionierende «Verkehrsmaschine», doch ein architektonischer Bezug zur Stadt fehlte. Dieser Mangel wurde erst durch diverse Umbauten der späten 1990er-Jahre behoben, die ein wirklich öffentliches Gebäude ermöglichten. Die Geschichte des Berner Bahnhofs ist auch eine Erzählung über die schweizerische Baukultur der Nachkriegszeit. Sie wird hier zum ersten Mal detailliert erzählt – von 1860 bis 2010, in klarer Sprache, mit vielen unveröffentlichten historischen Fotos, gut verständlichen Übersichtsplänen und aktuellen Aufnahmen von Thomas Jantscher. Die vorliegende Publikation ist der dritte Band der Reihe «Architektur- und Technikgeschichte der Eisenbahnen in der Schweiz». Die Reihe wird gemeinsam von der SBB-Fachstelle für Denkmalschutzfragen und der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte herausgegeben. Sie will auf den kulturhistorischen Wert von Bauten in der Schweiz aufmerksam machen, die im Zusammenhang mit der Eisenbahn entstanden sind. Dieser Teil des baulichen Erbes ist vergleichsweise wenig bekannt. Die Reihe berücksichtigt Architektur ebenso wie Ingenieurbauten, technische Einrichtungen oder Werke bildender Künstler. Die einzelnen Bände befassen sich mit dem Schaffen eines Architekten oder Ingenieurs, behandeln wichtige Einzelgebäude oder einen Baubestand entlang einer Bahnlinie oder sie widmen sich einer bestimmten Gattung von Bauwerken. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Werner Huber studierte Architektur an der ETH Zürich. Er ist Redaktor bei Hochparterre, der Zeitschrift für Architektur und Design in Zürich. Thomas Jantscher studierte an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz. Seit 1996 ist er freischaffender Architekturfotograf in der Schweiz und in Österreich. Die Aufnahmen vom Bahnhof Bern im Schlusskapitel stammen von ihm, die meisten hat er für dieses Buch gemacht. Text deutsch, französische Zusammenfassung Gebunden mit Schutzumschlag 224 Seiten 118 farbige und 129 sw Abbildungen 117 Pläne 3 Übersichtskarten 22 cm x 27 cm 978-3-85881-316-9


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